Diagnostischer Ansatz
Der diagnostische Ansatz der BI(G)MED besteht darin, den Ursprung einer Pathologie zurückzuverfolgen, indem die Funktion des Immunsystems präzise analysiert wird.
Ein feines und präzises Bild des Immunsystems mittels Lymphozyten-Typisierung und Proteinprofil
Das Immunsystem ist die erste Verteidigungslinie gegen externe oder interne Störungen und Angriffe. Bei Infektionen oder Allergien ist die Beteiligung des Immunsystems unbestreitbar, da sich seine Abwehrmechanismen sichtbar und direkt entfalten. Es ist jedoch ebenso beteiligt, wenn auch subtiler und manchmal weniger intuitiv, an Prozessen wie Autoimmunerkrankungen, Krebs, Stoffwechselstörungen oder bestimmten neurodegenerativen Pathologien.
Unser Immunsystem besteht aus einer sehr großen Anzahl von Zellpopulationen, darunter die T-Lymphozyten-Subpopulationen (CD4+, Th1, Th2, Th17, CD8+, Treg …), B-Lymphozyten oder auch Natural-Killer-Zellen (NK).
Die Entwicklung von Labortechniken wie der Durchflusszytometrie (Flow Cytometry) ermöglicht die Charakterisierung und Quantifizierung dieser verschiedenen lymphozytären Subpopulationen in einer Blutprobe.
Dies wird als Lymphozyten-Typisierung bezeichnet. Sie ist das Herzstück der BI(G)MED-Therapeutenpraxis.
Die Interpretation dieser Bilanz ermöglicht es unter anderem, sehr präzise und manchmal frühzeitig Folgendes zu erkennen:
- Das Vorhandensein einer chronischen Infektion und die Unterscheidung, ob sie viral oder bakteriell ist
- Ein allergisches Profil
- Ein Autoimmunprozess (auch asymptomatisch)
- Eine zelluläre Hyperproliferation, die mit einem bereits nachweisbaren Tumor assoziiert ist oder nicht
In Verbindung mit dieser Lymphozyten-Typisierung verschreibt der BI(G)MED-Therapeut ein Proteinprofil, das seinerseits Informationen über die Funktion des humoralen Immunsystems und die Entzündung liefert.
Entzündungen sind eine essentielle physiologische Reaktion, die den Organismus vor Aggressionen schützen soll. Während sie kurzfristig vorteilhaft und reparativ ist, wird ihre Aufrechterhaltung oder Fehlregulation zu einem Schlüsselfaktor bei der Entstehung und Entwicklung zahlreicher Pathologien.
Sie steht im Mittelpunkt von Autoimmunerkrankungen, Krebs, Stoffwechselstörungen, aber auch neurodegenerativen Prozessen.
Chronische Entzündungen wirken wie ein roter Faden, der scheinbar sehr unterschiedliche Krankheiten miteinander verbindet, indem sie das Gleichgewicht des Immunsystems und des Zellstoffwechsels verändern.

Beispiel einer Lymphozyten-Typisierung.

Beispiel eines Proteinprofils.

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Die Suche nach Krankheitserregern
Der diagnostische Ansatz der BI(G)MED besteht darin, den Ursprung einer Pathologie, d.h. die auslösenden Faktoren, zurückzuverfolgen, anstatt sich nur auf die Behandlung der Symptome zu beschränken.
Viele chronische Krankheiten (Krebs, chronische Müdigkeit, Fibromyalgie oder andere Autoimmunerkrankungen) sind jedoch mit chronischen Infektionen verbunden, die durch bestimmte Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze ausgelöst werden.
Daher werden im BI(G)MED-Ansatz Serologien fast systematisch verschrieben. Die Unterscheidung zwischen einem serologischen Profil, das auf Immunität oder Reaktivierung hinweist, ist jedoch nicht immer offensichtlich.
Alle von der EBMA ausgebildeten BI(G)MED-Therapeuten sind in der Lage, festzustellen, ob es sich um eine Reaktivierung handelt, die für eine chronische Pathologie verantwortlich sein könnte, und Ihnen Behandlungen vorzuschlagen, um eine effektive Reaktion gegen diese Mikroben wiederherzustellen.

Einige Zusammenhänge zwischen Pathogenen und chronischen Krankheiten
Borrelia und chronische Lyme-Borreliose
Die chronische Borrelia-Infektion, auch chronische Lyme-Borreliose genannt, ob post-antibiotisch oder nicht, betrifft über 10 % der Menschen. Sie kann das Gehirn, das Herz und das zentrale Nervensystem beeinträchtigen und kognitive Störungen, psychische Erkrankungen (wie Depressionen, Angstzustände und Psychosen), chronische Schmerzen und Müdigkeit verursachen.
EBV und Autoimmunerkrankungen
Das Epstein-Barr-Virus (EBV), verantwortlich für die infektiöse Mononukleose, ist auch dafür bekannt, lebenslang in B-Lymphozyten zu persistieren. Es kann dann das Immunsystem stören und eine große Anzahl chronischer Pathologien verursachen. Es ist daher sehr wichtig, bei einer Autoimmunerkrankung oder Leukämie zu untersuchen, ob dieses Virus nicht reaktiviert ist.
Sars-Cov2 und Long Covid
Das Sars-Cov2-Virus, verantwortlich für die COVID-19-Pandemie, hat sich über seine akute Pathogenität hinaus als fähig erwiesen, chronische Manifestationen viele Jahre nach der Infektion hervorzurufen. Es wird heute geschätzt, dass 4 % der erwachsenen französischen Bevölkerung (d.h. über 2 Millionen Menschen) an Long COVID leiden.
Eine gezielte Genotypisierung
Wir sind nicht alle gleich, wenn es um das Krankheitsrisiko geht. Bei gleichem Lebensstil und gleichen Risikofaktoren können unsere Gene uns einen Schutz oder im Gegenteil ein erhöhtes Risiko für eine bestimmte Pathologie verleihen.
Einzelne Genpolymorphismen (SNP) zerstören im Gegensatz zu pathogenen Mutationen im Allgemeinen nicht die Funktion eines Gens, sondern modulieren dessen Effizienz, Stabilität oder Expressionsbedingungen.
SNPs definieren somit ein funktionelles Potenzial, eine Toleranzzone, innerhalb derer sich die Zelle anpassen kann. Unter günstigen Bedingungen ist dieses Potenzial ausreichend, um eine normale Funktion zu gewährleisten. Unter chronischem Stress kann es limitierend werden. Die Pathologie resultiert dann nicht direkt aus dem SNP, sondern aus der Unfähigkeit des Regulationssystems, diesen Stress dauerhaft zu kompensieren.
Man kennt auch die wesentliche Rolle des MHC (Major Histocompatibility Complex, auch HLA (Human Lymphocyte Antigen) beim Menschen genannt) bei der Anfälligkeit für Autoimmunerkrankungen. Die Assoziation von HLA-B27 mit Spondylitis ankylosans, von HLA-DR2-15 mit Multipler Sklerose oder von HLA-DR3 bei Typ-1-Diabetes ist umfassend dokumentiert.
Die Bestimmung des HLA einer Person ermöglicht nicht nur die Einführung präventiver, sondern auch therapeutischer Maßnahmen, da die BI(G)MED das HLA regulieren kann, um eine adäquate Erkennung von Selbst und Nicht-Selbst durch das Immunsystem wiederherzustellen.

Ihre Fragen zur BI(G)MED-Diagnosemethode
Warum eine Lymphozyten-Typisierung zur medizinischen Diagnose?
Die Lymphozyten-Typisierung bietet einen detaillierten Einblick in die Funktion des Immunsystems. Sie ist viel aussagekräftiger als eine klassische Blutbildzählung.
- Sie ist präventiv nützlich, um jede aufkommende Immunstörung zu kontrollieren, die eine Pathologie verursachen könnte.
- Sie ermöglicht es, zu identifizieren, ob das Immunsystem einer chronischen mikrobiellen Infektion ausgesetzt ist, und seine Reaktion zu charakterisieren.
- Sie ist auch in der Lage, zu erkennen, ob ein Autoimmun- oder hyperproliferativer Prozess im Gange ist.
- Schließlich ist sie ein wertvolles Werkzeug, um die Reaktion des Patienten auf BI(G)MED-Behandlungen zu bewerten.
Warum Serologien?
Im BI(G)MED-Ansatz wird versucht, die Ursache der Krankheit zu finden. In vielen Fällen chronischer Krankheiten ermöglichen Serologien die Identifizierung einer viralen Reaktivierung oder das Vorhandensein eines Bakteriums oder Pilzes, das die ordnungsgemäße Funktion des Immunsystems stört. Die Behandlung dieser Infektion ermöglicht dann die Wiederherstellung der Homöostase des Organismus.
Warum eine HLA-Genotypisierung?
HLA ist der Personalausweis unserer Zellen, der es dem Immunsystem ermöglicht, zwischen Selbst (einer gesunden Zelle) und Nicht-Selbst (einer infizierten oder krebsartigen Zelle) zu unterscheiden.
Manchmal trägt das HLA ein Allel, das es anfällig macht, gesunde Zellen als Nicht-Selbst-Zellen zu erkennen. Es greift dann diese Zellen an und stört die ordnungsgemäße Funktion des Organs, aus dem sie stammen. Mit BI(G)MED wird das System zur Erkennung von Selbst und Nicht-Selbst reguliert.
Ich bin Arzt, kann ich Hilfe bei der Interpretation der Befunde erhalten?
Der EBMA-Verband bietet seinen Mitgliedern verschiedene Möglichkeiten zum Austausch mit Kollegen oder Experten, um Sie bei Ihrer BI(G)MED-Praxis zu unterstützen.
Ich bin Patient, wo finde ich einen Arzt, der mir diese Analysen verschreibt?
Um die Liste der BI(G)MED-Therapeuten in Ihrer Region zu erfahren, wenden Sie sich an unseren Verband.
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Therapeutischer Ansatz
Der therapeutische Ansatz von BIG(G)MED besteht darin, die Genexpression zu regulieren, um dem Körper zu ermöglichen, den Weg der Selbstheilung wiederzufinden. -
Der BI(G)MED-Ansatz
BI(G)MED ist ein umfassender medizinischer Ansatz, der eine Präzisionsdiagnose und eine personalisierte Therapie kohärent miteinander verbindet.